Argentinien

In 20 Tagen durch Argentinien – ein Tourenvorschlag für alle, die schnell einen Überblick über das weite Land bekommen möchten.

Gewöhnen Sie sich langsam an Argentinien und starten Sie in Buenos Aires mit einem Spaziergang auf der neuen Hafenpromenade mit ihrer modernen Architektur aus Glas und Holz. Anschließend sind die bourgeoisen Stadtviertel Palermo und Recoleta die richtige Wahl. Zwischen den imposanten Kolonialvillen und Stadtparks werden ihnen unzählige professionelle Hundeausführer mit einer bellenden Meute begegnen. Am Abend geht es dann nach San Telmo. Stören Sie sich nicht an den Touristen. Der echte Tango lebt bis heute auf den Straßen.

Auf die Großstadt folgt das Kontrastprogramm. Die Wasserfälle von Iguazu an der brasilianischen Grenze sind die größten der Welt und liegen mitten im argentinischen Regenwald. In der Regenzeit ist die Wanderung an den Wasserfällen entlang besonders eindrucksvoll.

Nach so viel Wasser verspürt man Lust auf Wüste und Hochgebirge. Also auf in den Nordosten, ins spanisch-indianische Salta, nicht nur eine beeindruckende Stadt in karger Landschaft, sondern Ausgangspunkt für die Reise über die Anden mit dem Tren a las Nubes. Er führt auf 4300 Meter Höhe direkt in die Wolken.

Soll der Genuss nicht zu kurz kommen, dann ist Mendoza jetzt das richtige Reiseziel. In der fruchtbaren Mitte des Landes liegt das Zentrum des argentinischen Weinanbaus. Wer am Vorabend nicht zuviel Cabernet Sauvignon probiert hat, kann von einem der vielen Reitställe aus in der Umgebung auf eine abenteuerliche Tour zu Pferd aufbrechen.

Ruhiger geht es auf der letzten Station des 20-Tage-Trips zu - beim Pinguine-Beobachten auf der Peninsula Valdes auf halber Strecke zwischen Buenos Aires und Feuerland. Bis zu 300.000 Brutpaare sind hier unterwegs. Außerdem unzählige Wale und Seelöwen.

Lust bekommen auf die eigene Tour? Es gibt vieles zu entdecken.

 

 

Reiseberichte zu Argentinien


"Argentinien- immer eine Reise wert" - von Steffi am 13. November 2009


Meine beste Freundin und ich sind absolute Weltenbummler und würden den gesamten Globus am liebsten auf einer gigantischen Weltreise auf einem Kreuzfahrtschiff erkunden. Leider fehlte uns dafür bisher das nötige Kleingeld und auch in Zukunft werden wir wohl eher nicht in den Genuss kommen. Deswegen haben wir uns dazu entschlossen, sämtliche Länder und Regionen einzeln zu bereisen, je nachdem, was unser Geldbeutel gerade hergibt.
Meine Freundin träumte schon immer von Südamerika und sagte mir, dass sie nach ihrer Ausbildung unbedingt nach Argentinien reisen möchte- koste es, was es wolle. Natürlich war ich sofort einverstanden und wir suchten bereits etliche Monate vor der geplanten Argentinien-Reise nach billigen Flügen, Unterkunftsmöglichkeiten und Ausflugszielen in der Umgebung. Letztes Jahr war es dann schließlich soweit. Wir saßen tatsächlich im Flugzeug nach Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Zwei aufregende Wochen in einem fernen Land standen uns nun bevor und wir konnten es kaum abwarten, endlich argentinischen Boden zu betreten. Wenn man von der eingeschränkten Beinfreiheit im Flugzeug und etwas gewöhnungsbedürftigem Essen absieht, war der Flug doch recht angenehm und verging sehr schnell. Auch die Abfertigung am Flughafen in Buenos Aires verlief wenig problematisch. Trotz mangelnder Spanischkenntnisse meinerseits, waren die Beamten sehr höflich und winkten uns durch.
Das erste Mal schnupperten wir argentinische Luft. Ich habe echt gedacht, dass es wärmer und schwüler wäre, aber die Temperaturen waren sehr mild und ein leicht kühler Wind war zu spüren. Kaum haben wir das Flughafengebäude verlassen, kamen unzählige Taxifahrer auf uns zugestürmt und boten uns eine Fahrt an. War es argentinische Gastfreundschaft oder unsere blonden Haare? Wir waren uns nicht einig, aber nahmen das Angebot eines netten Fahrers dankend an. Ich konnte nur staunend aus dem Fenster schauen, denn Buenos Aires war bezaubernd. Alles war beleuchtet, die zum Teil historischen Gebäude schauten einfach toll aus und in den Straßen war echt etwas los. Wären wir nicht so müde gewesen, hätten wir doch glatt einen Tango mit den Einheimischen getanzt. Unser Hotel, beziehungsweise kleine Pension, befand sich ziemlich zentral und es war doch etwas laut, wenn das Fenster geöffnet war, aber darüber konnten wir für den günstigen Preis hinwegsehen. Nun freuten wir uns auf die nächsten Tage in Argentinien und Umgebung.

Rundgang durch Buenos Aires
In einem Reiseführer haben wir gelesen, dass der Wohnort Puerto Madero in der Hauptstadt für Touristen sehr ansehnlich sein soll, deswegen wollten wir uns diesen Ort mal etwas genauer anschauen. Wer in Argentinien viel in kurzer Zeit sehen möchte, der sollte unbedingt auf ein Mietwagen zurückgreifen, denn mit dem Bus ist das so eine Sache. Zwar sind die Busse unheimlich komfortabel und modern eingerichtet, aber eh man am gewünschten Ort angelangt ist, vergehen Stunden (was sicherlich auch an unserem mangelnden Orientierungssinn gelegen hat). Die lange Fahrt dämpfte unsere Freude ein wenig, aber als wir dann endlich den hübschen Ort erreicht haben, waren wir hellauf begeistert. Hier herrschte eine richtig tolle Atmosphäre, die Gegend wirkte sehr quirlig und es machte einfach Spaß hier herumzulaufen. Die Menschen saßen am Ufer und genossen das Leben, die alten Schiffwracks stachen so richtig heraus und dienten uns für viele schöne Urlaubsfotos. In den Straßen verteilten junge Leute Flyer und luden Touristen in ihre Bars ein. Am Abend besuchten wir eine Diskothek in einem dieser alten Schiffwracks. Billig war der Eintritt nicht gerade, aber das Ambiente und die Menschen waren super. Die Argentinier versprühen so eine richtige Lebensfreude und Gastfreundschaft, so dass wir uns absolut wohl fühlten.
In Buenos Aires besichtigten wir in den Tagen darauf den Obelisk, ein Wahrzeichen der Stadt. Er befindet sich auf dem Plaza de la Republica, und ist ein Treffpunkt Tausender fußballverrückter Fans nach einem gewonnenen Spiel. Zum Glück war an diesem Tag kein Fußballspiel angesetzt und wir mussten nicht befürchten in der Masse unterzugehen. Der Obelisk ist ziemlich hoch und meine beste Freundin, die ja immer zu allem bereit ist, begann die 206 Stufen hinaufzusteigen. Nun ja, ich bin ja kein Spielverderber, also versuchte ich mitzuhalten. Das sie den phänomenalen Ausblick auf die Stadt im Obelisk noch genießen konnte, ist mir ein Rätsel, denn ich schnaufte und schwitzte wie ein Weltmeister. Die Sicht über Buenos Aires war aber wirklich atemberaubend. Sah fast ein wenig aus wie New York mit den Wolkenkratzern und Bürogebäuden.
Unsere ehemalige Bio-Lehrerin schwärmte uns mal vom Temaiken Park vor, der sich ebenfalls in Buenos Aires befindet. Wir hatten ihn eigentlich auf dem Plan, aber entschieden uns dann doch eher für den Recoleta Friedhof, auf dem Evita Peron begraben ist. Wow, dieser Friedhof ist faszinierend! Die Gräber sind wunderschön dekoriert und es ist unheimlich interessant dort herumzulaufen. Solche Statuen, Denkmäler und Dekorationen sind mir auf deutschen Friedhöfen bisher nicht begegnet. Also absolut sehenswert.

“Tierra del Fuego”
Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von der argentinischen Hauptstadt und machten einen weiteren längeren Trip ins Feuerland (Tierra del Fuego). Wir buchten eine dreitägige Tour und waren ganz aufgeregt, was uns erwartete. Wir kamen in Ushuaia, der Hauptstadt, an und waren erst einmal baff, denn die Landschaft war atemberaubend schön. Wirklich, wie in einem Märchen. Es ist schon verblüffend, wie vielfältig Argentinien ist, denn nichts erinnerte mehr an die lebendige Hauptstadt Buenos Aires. Was uns ein wenig nervte, waren diese etlichen Grenzübergänge, denn irgendwie sind wir zweimal aus Argentinien raus, in Chile rein und dann wieder raus und wieder rein. Also das war wirklich zum Haare raufen. Mit einer kleinen Gruppe von Touristen und einem argentinischen Reiseführer, der aber gut englisch sprach, machten wir zunächst ein kleines Picknick und dann ging es an eine Kanufahrt, die richtig lustig war. Ich kann immer wieder sagen, dass die Landschaft einfach hinreißend ist. Wir strandeten an einer kleinen Insel und schipperten dann mit einem größeren Boot übers Wasser. Die Temperaturen sanken ein wenig, was ich darauf zurückführte, dass wir ja ziemlich nah an der Antarktis waren. Meine Freundin und ich verbrachten beinahe die gesamte Bootsfahrt damit, eine Robbe als Hintergrundmotiv für ein Foto zu erwischen, aber diese süßen Tierchen schienen keine Freunde des Fotografierens zu sein und machten sich mit jedem Blitzlicht aus dem Staub. So hatten wir letztlich ungefähr 20 schöne Fotos vom Feuerland, aber ohne Robbe.
Wir besuchten auch das Yamana Museum, indem man wunderbar in die Kultur des Yamana-Stammes eintauchen konnte. Wir nahmen uns zahlreiche Prospekte und Poster mit, denn leider war das Fotografieren dort nicht erlaubt. Sehr interessant war der “El Tren Fin del Mundo”, der Zug der Gefangenen, der uns Einblick gab über die frühere Situation der Gefangenen. Der Zug führte durch einen dichten Wald, man konnte einige wilde Pferde sehen und auch kleine Tipis, die direkt an den Schienen aufgeschlagen wurden. Alles in allem sehr faszinierend und auf jeden Fall sein Geld wert.

Vom Feuerland nach Salta
Die letzte Station unserer Reise war die niedliche Stadt Salta, worüber wir vor der Reise viele positive Meinungen gehört haben. Das auf jeden Fall zurecht, denn diese Stadt im Nordwesten Argentiniens ist bezaubernd. Die Gebäude sind einfach ein absoluter Hingucker, vor allem die Iglesias San Francisco, eine Kirche, die in der Dunkelheit wunderschön beleuchtet ist. Aber auch sonst sind die antiken Gebäude sehr sehenswert und immer ein Foto wert. In Salta gibt es unzählig viele Museen, die sicherlich einen Besuch wert sind, aber wir bevorzugten die Flaniermeile La Balcarce, wo Spaß und Freude sehr groß geschrieben wird. Wer denkt, dass im riesigen Buenos Aires der Bär steppt, der sollte mal nach Salta kommen. Hier ist vielleicht etwas los. Zahlreiche Clubs, Bars und landestypische Restaurants haben bis in die späten Morgenstunden geöffnet, überall ertönt lustige Musik aus den Türen und es gibt viele Stände und Shops, an denen man gar nicht vorbeilaufen kann. Meine Freundin und ich sind in eines der angesagten Restaurants gegangen und bekamen ein super-köstliches Beefsteak serviert. Trotz riesigen Hungers haben wir unsere Teller nicht geschafft, denn die Portion war gigantisch. Ein Touristenpärchen am Tisch gegenüber erklärte uns, dass es in Argentinien immer so große Portion gibt, denn damit zeigen die Einheimischen wohl ihre Gastfreundschaft und Opferbereitschaft. Wir wussten also nun, dass wir in Argentinien sicherlich nicht verhungern würden.
Am letzten Tag ging es in den Parque Nacional el Rey, wo wir so richtig die Atmosphäre und Stimmung des Regenwaldes genießen konnten. Leider kamen wir nicht in den Genuss einen Puma oder Tapir zu sehen, denn diese schienen sich in ihren Verstecken zurückgezogen zu haben, dennoch war dieser Ausflug ein gelungener Abschluss unser Argentinien-Reise.

Argentinien ist ein sehr facettenreiches und faszinierendes Land, wo die Menschen sehr gastfreundlich sind und sich viele spannende Ausflugmöglichkeiten für Touristen befinden. Ich kann auf jeden Fall sagen: Argentinien ist immer eine Reise wert!