Indien

Wer hat nicht schon einmal vom Himalaya gehört? Er liegt an der Grenze zu Indien. Aber nicht nur der Himalaya macht das Land so reizvoll.

Das Land hat eine sehr alte Geschichte und eine Vielfalt, die Ihresgleichen sucht. Dies gilt jedoch nicht nur für die Tierwelt. Auch für das gesamte Land und die Leute, die hier leben ist dies beschreibend. Die artenreiche Tierwelt des Landes ist seiner vielfältigen Landschaft zu verdanken. Man schätzt, dass in Indien an die 350 Säugetierarten leben. Hier kann man sich also sehr gut auf Entdeckungstour begeben. Vor allem im Kaziranga-Nationalpark kann man besonders viele Tierarten bewundern. Manche von jenen Tieren kennt man bei uns nur aus dem Zoo. Diese Tiere hautnah zu erleben ist bereits eine Urlaubsreise wert.

In Indiens Feuchtgebieten findet man Vögel, wie den Kranich, Störche, Ibisse, den Eisvogel und viele andere. Hier trifft man aber auch auf recht unfreundliche Zeitgenossen, wie das Krokodil. Auch die Kultur ist sehr interessant. In Indien findet man Moscheen, Tempel und Denkmäler. Man kann sich in Indien aber nicht nur Sehenswürdigkeiten ansehen, man kann hier auch Sport betreiben. So werden zum Beispiel die Trekkingtouren immer beliebter. Auch Wildwasserkajak oder Bergsteigen begeistern viele Urlauber. Im Osten jenes Landes kann man sehr viel Schönes, aber auch recht Ungewöhnliches erleben. Hier findet man noch Traditionen, die uns fremd sind.

 


Reiseberichte zu Indien

 

Reisebericht Indien von Steffi am 23. November 2009

Eine meiner Lieblingssendungen ist “The Amazing Race”, eine amerikanische Show, bei der verschiedene Paare quer durch die Welt reisen müssen und am Ende eine Million Dollar gewinnen können. Abgesehen von den tollen Spielen und Herausforderungen, die diese Paare erfüllen müssen, bekommt man als Zuschauer natürlich auch einen hervorragenden Einblick in die verschiedenen Länder, die bereist werden, und kann so richtig abtauchen.
Als ich mir vor einigen Jahren meine Lieblingsfolgen noch einmal anschaute und die Kandidaten durch Indien reisten, fasste ich den Entschluss, selbst einmal in dieses Land zu reisen. Wenn es im Fernsehen schon so toll aussah, wie wird es dann in Wirklichkeit sein? Ich musste es einfach sehen und überredete mal wieder meine beste Freundin, mich zu begleiten. Normalerweise sind wir ja sehr spontan und unabhängig, so dass wir schon eine Woche später im Flugzeug sitzen könnten, aber dieses Mal brauchten wir ein wenig mehr Vorbereitungszeit, denn für Indien sollte man gut gewappnet sein. Außerdem war da ja gerade Monsunzeit, wo Touristen lieber zu Hause bleiben sollten. Wir buchten also eine Rundreise im März, denn laut Internet und Reiseleitern soll dies die angenehmste Zeit für einen Indien-Urlaub sein. Wir wurden mehrfach gewarnt, nicht alleine durch Indien zu reisen, denn es soll für Frauen, vor allem für Frauen aus dem Westen, unheimlich gefährlich sein. Nun ja, da wir ja eine Rundreise mit einer renommierten Agentur gebucht haben, hatten wir eigentlich weniger Angst, aber wir hatten natürlich irgendwie ein mulmiges Gefühl.

Im März ging es dann endlich los. In Deutschland stiegen wir aufgeregt und voller Erwartungen ins Flugzeug. Wir hatten uns für den langen Flug gut mit Reiseführern und Stadtkarten ausgerüstet und konnten es kaum erwarten, endlich in Indien zu landen. Während meine Freundin die Landung regelrecht verpennte (das lag wohl an den einschläfernden Reisetabletten), machte ich mir Gedanken darüber, wie und wo ich am besten Geld umtauschen könnte. Wir hatten zwar einiges gespart, aber nicht daran gedacht, es umzutauschen. Zum Glück fanden sich zwei Geldschalter direkt an der Gepäckausgabe. Dieses Problem hat sich also erst einmal erledigt.
Der Flughafen in Delhi war nicht unbedingt sehr einladend. Es hat gestunken, die Menschen schubsten herum und ich stolperte jede zwei Minuten über diese Teppiche, die überall im Weg herumlagen. Schlimmer war es dann, als wir aus dem Flughafengebäude herauskamen. Uns blieb im wahrsten Sinne des Wortes die Luft im Hals stecken, denn es war total stickig, rauchig und schwül. Glücklicherweise fanden wir gleich den kleinen Bus, der uns erstmal ins Hotel bringen sollte.
Schon allein die Fahrt durch Delhi war ein echtes Abenteuer. So viele Menschen in den Straßen, streunende Hunde und bunte Häuser- so etwas nenne ich Kulturschock!
Unser kleines Hotel war sehr bescheiden eingerichtet, aber das ist in Indien ja Gang und Gebe. Trotzdem waren die Menschen sehr gastfreundlich und wir konnten uns nicht beschweren.
Am nächsten Tag ging die Tour durch Indien los. Noch etwas müde, aber aufgeregt, stiegen wir früh in den Bus. Als erstes stand der kleine Ort Mandawa auf dem Plan. Früher war dies wohl eine alte Seidenstraße, heute reisen viele Touristen dorthin, die sich von den vielen bunten und stilvollen Häuser beeindrucken lassen wollen. Ich muss sagen, dass diese Fürstenhäuser wirklich unheimlich bezaubernd waren und mir jetzt erst so richtig klar wurde, dass ich gerade in Indien war.
Unsere Tour führte nach Pushkar, eine berühmte Pilgerstätte. Hier kommen unzählig viele Menschen her, die sich in dem Heiligen See baden möchten. Als wir unsere Kameras herausholten, um die schönen kleinen Denkmäler und hübsch gekleideten Menschen zu fotografieren, wurden wir sofort weggescheucht, denn irgendwie war das Fotografieren an dieser Stelle unerwünscht. Da in Indien Respekt ja sehr groß geschrieben wird, packten wir die Kameras wieder ganz brav ein und schlenderten eben so durch die Gegend. Meine Freundin wollte unbedingt in einer Rikscha fahren und wir suchten über eine Stunde, bis wir endlich eine freie Rikscha fanden. Unser Fahrer brachte uns zum Saviti Tempel, welcher sich auf einem Berg befand. Der Tempel war leider geschlossen, aber der Blick über die Stadt war atemberaubend! Alles so bunt und belebt… einfach gigantisch! Am Abend ging die gesamte Gruppe ins Thali Large, ein gemütliches Restaurant mit köstlichen landestypischen Speisen. Wir hatten alle Angst, dass wir mit den Fingern essen mussten und waren sichtlich erleichtert, als der freundliche Kellner dann Gabel und Messer an den Tisch brachte. Wer einmal so richtig würzig und gut essen möchte, dem kann ich das Thali Large wärmstens empfehlen.
Als nächstes stand Udaipur auf der Ausflugsliste, welches früh am Morgen besucht wurde. Wow, hier hätte ich ewig bleiben können. Die Fassaden der Häuser und die idyllische Altstadt waren einfach bezaubernd. Zum Glück dürften wir hier unsere Fotoapparate zücken, denn diese Bilder waren einfach ein Muss. Unser Reiseleiter schlug den Jagdish Tempel als Ziel vor, aber die großen farbenfrohen Märkte und Shops haben uns einfach so beeindruckt, dass wir uns ins Menschengewühl stürzten und ein paar hübsche Souvenirs und Andenken kauften. In Indien kann man wunderbar handeln, wenn man ein wenig geschickt ist, aber die Preise waren in Udaipur eh nicht so hoch, so dass sich das Handeln gar nicht so wirklich gelohnt hat.
In Jodhpur, einer Stadt mit blauen kleinen Häuschen, was die Zugehörigkeit zu irgendeiner Kaste symbolisierte, besuchten wir den sagenumwobenen Umaid-Bhavan-Palast, der wirklich riesengroß ist und indem wir uns alle mindesten dreimal verlaufen haben. Die Dekorationen und Ornamente sind einfach wunderschön und auch das angrenzende Museum war mehr als beeindruckend. Irgendjemand sagte, dass dieser Palast der größte der Welt sein sollte, was ich zu diesem Zeitpunkt sehr gut glauben konnte. Auch der Schlosspark, indem wir uns eine kleine Pause gönnten, war bezaubernd. Ich fühlte mich wie in 1001 Nacht.
Jaipur war die nächste Station der Indien-Rundreise. Hier gab es an jeder Ecke Schmuckstände, Inder mit rollenden Küchen, die versuchten, “Köstlichkeiten an die Touristen zu verkaufen, und unzählig viele Hunde. So typisch indisch halt. Ich fand es ganz hinreißend, meine Freundin war ein wenig eingeschüchtert von dem Trubel. Ganz anders als in den kleineren Städten, schliefen hier überall Menschen in den Straßen, Verkehrsregeln kannte man nicht und alles redete durcheinander. Wir besuchten ein riesengroßes Kino, welches wirklich unheimlich modern ausgestattet war und mit fast 1500 Sitzen mit einem deutschen Kino gar nicht zu vergleichen. Dafür war der Film etwas schnarchig, aber die Atmosphäre war super!
Ziemlich zum Ende der Tour ging es endlich nach Agra. Schon lange träumte ich davon, den Taj Mahal endlich einmal aus nächster Nähe bestaunen zu können. Als unser kleiner Bus fast direkt davor hielt, war ich regelrecht überwältigt! So ein wunderschönes Gebäude gibt es sonst nirgends auf der Welt- es war einzigartig! Rund um den Taj Mahal gab es viele Souvenirshops und Inder, die kleine Accessoires verkauften. Auf beinahe jeder Postkarte, die wir in den Shops entdeckten, sah man den Taj Mahal bei Sonnenuntergang. Da wir den gesamten Tag zur freien Verfügung hatten, entschieden wir uns dafür, uns bis zum Sonnenuntergang in der Nähe des Taj Mahal aufzuhalten, denn dieses Spektakel wollten wir live erleben. Leider war der Himmel so nebelig und versmogt, dass wir die untergehende Sonne und den beleuchteten Taj Mahal gar nicht so wirklich klar sehen konnten, aber dennoch hat es sich gelohnt, so lange vor diesem prachtvollen Gebäude zu bleiben. Es war strengstens verboten, Fotos vom Taj Mahal zu machen, was ich sehr traurig fand. Deswegen kaufte ich mir ein riesiges Poster und einige Postkarten als Andenken.
Nach zwei Tagen in Agra endete unsere Reise wieder in Delhi. Diesmal hatten wir noch einen ganzen Tag Zeit, diese große Stadt zu besichtigen. Solch eine Farbenvielfalt und so viele verschiedene Menschen gibt es wirklich nur in Indien. Wie Hollywoodstars wurden wir von den Indern angeschaut und buchstäblich verfolgt, was anfangs ja sehr amüsant war, aber auch etwas lästig wurde. Ich habe mir bei einer freundlichen Inderin am Ende noch ein schickes Henna-Tattoo auf die Handfläche malen lassen, was bei vielen Frauen in diesem Land Tradition ist. Dann hieß es wieder: Ab zum Flughafen und zurück Richtung Heimat.

Indien ist ein bezauberndes, buntes, faszinierendes Land und eine Reise allemal wert. Zwar fremdelt man in den ersten Tagen sicherlich mit der Kultur und fühlt sich total überwältigt, aber wenn man erst einmal so richtig abgetaucht ist, dann macht Indien einfach nur Spaß! Die Menschen sind freundlich und interessieren sich für Menschen anderer Kultur, die Architektur und die Traditionen des Landes sind unheimlich faszinierend. Indien steht auf jeden Fall mit ganz oben auf meiner Liste!