Kanada

Durch Kanada zu reisen, bedeutet, sich auf ein Abenteuer einzulassen, das mit europäischer Kultur beginnt, im amerikanischen Way of Life endet und dazwischen Raum lässt für unendlichen Naturgenuss. Erste Station: Montreal in der französischsprachigen Provinz Québec im Westen Kanadas, eine Mischung aus Wolkenkratzern und europäisch anmutenden Stadtvierteln. Der Aufstieg auf den Hausberg Mont Royal mitten in der Stadt verschafft einen Überblick über die Skyline. Von hier aus kommt man direkt ins Ausgehviertel Plateau Mont Royal. Französisches Flair in den Gassen und studentische Atmosphäre bestimmen das Viertel. Kulturinteressierte besuchen die Stadt am besten zur Zeit des Jazz oder Kinofestivals. Naturliebhaber machen einen Abstecher in den Süden zu den Niagarafällen, bevor es in die ursprüngliche Wildnis geht. Endlose Wälder, verzweigte Seen, breite Flüsse, mit Glück auch Bären und Wapiti-Hirsche – die Natur muss man einfach selbst erfahren.

Eine Tour mit dem Wohnmobil ist dabei für alle geeignet, die viel Zeit mitbringen, im Jasper National Park wandern, im Banff National Park campen, eine Kanutour auf dem Großen Bärensee oder dem Yukon River planen oder einen Ausflug per Wasserflugzeug unternehmen wollen. Versäumen sollte man auf keinen Fall die Traumstrasse der kanadischen Rocky Mountains: den Icefield’s Parkway. Da in Kanada große Strecken zu überwinden sind, empfiehlt es sich, Teilstrecken mit dem Zug oder dem Flugzeug zurückzulegen. In Vancouver an der Pazifikküste kehrt man zurück in die Welt der Shopping Malls und Fast Food-Ketten. Die historischen Viertel Gastown, Chinatown und Granville Island lassen den Charme der modernen Stadt noch erahnen. Vor dem Abflug sollte aber eine Fahrt über die Capilano-Brücke auf dem Programm stehen, um die Skyline von Vancouver zu betrachten.

 

 

Reiseberichte Kanada

Reisebericht Kanada von "charmy" am 9. Dezember 2009

Im letzten Frühjahr unternahmen wir (meine Frau und ich, sowie ein weiteres Paar aus unserem Bekanntenkreis) eine Kanada Erlebnisreise. Wir hatten jedoch schon ein gutes Jahr im Voraus gebucht und waren dementsprechend aufgeregt beziehungsweise freuten uns ungemein auf die bevorstehende Reise. Das Reiseunternehmen versprach uns einen einmaligen Eindruck Kanadas zu erleben und zu leben! Eines Vorweg: Der Reiseführer hat uns nicht im Geringsten enttäuscht, der Urlaub entsprach zwar nicht unseren Vorstellungen, allerdings war es zurückblickend eine einmalig wunderschöne, aber auch unglaublich erlebnisreiche und anstrengende Reise. Wir wollten einfach mal neue Erfahrungen sammeln, eben etwas anderes als den jährlichen faulen Strandurlaub erleben!

Im Mai 2009 flogen wir schließlich mit unseren Freunden vom Düsseldorfer Flughafen ab und landeten nach einer halben Ewigkeit in Kanada. Unser Landeflughafen lag im Nordwesten Kanadas, der so genannte Whitehorse-Flughafen.
Nach unserer Ankunft wurden wir sofort von einem aufgeweckten und sehr netten Team deutschsprachiger Reiseführer (es waren insgesamt drei, für eine Gruppe von ca. 15 Personen) empfangen. Per Shuttlebus ging es sofort weiter in das nächste Hotel, wo ein herzhaftes Buffet aufgebaut war und auf unsere hungrigen Mäuler wartete. Nach einem kleinen Empfang, bei dem wir unsere Portionen an typisch kanadischen Köstlichkeiten verschlangen, zog sich beinahe jeder Teilnehmer auf sein Zimmer zurück, um sich zu erholen.

Der nächste Tag startete in aller Frühe, nach einem erneuten sehr reichhaltigen Buffet. Bei der Reise waren übrigens alle Verpflegungen inbegriffen! Sowohl in den Hotels, als auch während der Tour durch die Wildnis, wurde für uns ausreichend gesorgt. Des Weiteren wurde unser Gepäck samt Kleidung (maximal 1 Koffer, a 20 Kilo pro Person) von Hotel zu Hotel gebracht, die eigentliche Urlaubertruppe startete also immer nur mit wenig Gepäck auf dem Rücken, eventuell mit Schlafsack und Zelt, falls in der Wildnis das Lager aufgebaut wurde. So konnte man sich trotz Abenteurer-Feeling alle zwei bis drei Tage in einem warmen Bett erholen. Für mich war vor allem der Luxus der Duschen in den Hotels ein echter Segen! Während des Wanderns habe ich so viel geschwitzt und der Schmutz und Dreck, den man nach zwei Tagen an sich trägt ist enorm!
Wie gesagt, nach einem großzügigen Frühstück starteten wir von unserem Hotel aus Richtung Osten. Die ersten Stunden Wandern waren nicht allzu erlebnisreich, da sich die Landschaft noch nicht wirklich zu entfalten schien. Doch nach unserem ersten Stopp wurde die Landschaft mit jedem Schritt natürlicher und entdeckungsvoller. Das unglaublich saftige Gras, die hohen Bäume und die extrem saubere Luft waren für uns „Ruhrpottler“ ein völlig neues Erlebnis! Doch soviel man auch die Natur bewundern wollte, unser Reiseführer Brian lies uns nie allzu viel Zeit zum Verschnaufen! Wir mussten einen strengen Zeitplan einhalten und gewisse Punkte bis zu einem gewissen Zeitpunkt passiert haben. An manchen wartete bereits der Verpflegungswagen auf uns. Im Notfall könnte dieser auch einen Abbrecher oder Aufgeber der Reise mitnehmen und ins nächste Hotel beziehungsweise im schlimmsten Falle ins Krankenhaus bringen.
An anderen, von sämtlichen Strassen weit abgelegenen „Checkpoints“ jedoch, waren wir weiterhin auf uns allein gestellt! Das Feuer machen ging uns nach einiger Zeit recht schnell von der Hand, so weit wir überhaupt eines benötigten. Mittags wurde das Essen schließlich auf einem Gaskocher erwärmt, falls es nicht vom Versorgungswagen gebracht wurde und während den Verschnaufpausen war ein Feuer auch nicht hilfreich. Jediglich bei den nächtlichen Übernachtungen war ein Lagerfeuer nicht nur sehr prägend für die abenteuerliche Atmosphäre, sondern auch ungemein nützlich zum Wärmen und zum Treffpunkt aller Teilnehmer gedacht. Bis zum letzten Tag war das Zelt Auf- beziehungsweise Abbauen allerdings eine Qual! Zudem musste das Zelt auch noch in der ohnehin schon schweren Tasche verstaut werden, diese war oftmals eher ein Ruckkoffer als ein Rucksack! Das pingelige Zusammenfalten des Zeltes und das anstrengende Verstauen breiteten uns nicht gerade Freude…
Umso schöner waren die Nächte in den Hotels. Neben dem bereits hoch gelobten Luxus der Duschen waren auch Fernsehen und Genussmittel wie diverse Gläser Rotwein oder Saunabesuche ein echtes Vergnügen.

Ein besonderes Erlebnis waren die Kanutouren auf dem „Yukon-River“. Wir waren zuerst hoch erfreut über die Möglichkeit, sich für mehrere Stunden hinsetzen zu können, doch das Kanu fahren stellte sich als mindestens genauso Kräfte zehrend heraus! Die Kanufahrt war allerdings auf Einsteigerniveau, also erlebten wir keine Wildwasserfahrten durch gefährliche Stromschnellen. Doch für einen ungeübten Städtetourist ist eine vierstündige Kanufahrt auch kein leichtes Unterfangen! So war ich zumindest immer wieder froh, festen Boden unter den Füßen zu spüren!
Ein weiteres Highlight unseres „Urlaubs“ bestand aus einem eintägigen Survival-Training. Dabei wurde uns tatsächlich das Überleben in der Wildnis - völlig ohne jegliche Artikel wie Gaskocher, Zelt oder bereits vorgekochtem Essen - beigebracht.
Zum Schluss der Reise besuchten wir noch eine verlassene, allerdings wieder restaurierte Goldgräbermine. Als Andenken gab es immerhin ein eigenes Goldnugget, im Wert von ca. 10 Euro! Auch ein Besuch in der Kleinstadt Dawson City war in der Reise enthalten. Sehr schön, da eine Abwechslung zur hundertprozentigen Natur samt nächtlichem Kneipengang einfach etwas Tolles ist!

Zusammenfassend ist eine Erlebnisreise durch Kanada für alle unternehmenslustigen Urlauber zu empfehlen. Doch die Dauer der Tour sollte meiner Meinung nach die zwei Wochen-Grenze nicht überschreiten (wir waren sechzehn Tage in Kanada), da die täglichen Wandertouren den Körper doch stark auslaugen. Nach der Rückreise ins Heimatland sollte man, finde ich, am besten auch noch ein paar Tage frei genommen haben, da ich mich als Arbeitnehmer nur sehr schwer in den Arbeitsalltag einleben konnte.