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Reisebericht London
Mich führte in diesem Sommer die Europameisterschaft im Spring- und Dressurreiten nach London. Mir gelang es sehr gut, das Erlebnis des sportlichen Events damit zu verbinden, die Stadt zu erkunden. Ich machte mich kurz nach der Ankunft im Hotel auf, nach Windsor zu fahren, wo die Sportveranstaltung stattfand. Allerdings lag mein Hotel nicht direkt in der Innenstadt, sondern ein wenig außerhalb. Die erste Überraschung durfte ich also an der Bushaltestelle erleben. Ich saß da und wartete auf den Bus - der aber vorbei fuhr. Ich grübelte, was das denn war. Der Busfahrer musste mich doch gesehen haben. Beim nächsten Bus das selbe. Ich war drauf und dran zu laufen, da stellte sich ein Mitfahrer ein. Und der stand beim nächsten Bus auf, winkte diesem ganz penetrant - der Bus hielt. Ich hatte etwas gelernt: dass auch ein relativ nah an Deutschland liegendes Land in Europa ganz andere Sitten haben kann als meine Heimat. Aber nach Windsor kam ich dennoch gut. Das Schloss an sich ist schon von außen beeindruckend. Hinein kam man nicht, dafür aber in den weitläufigen Park, der teilweise ganz englischer Landschaftsgarten ist, teilweise einfach weiter Englischer Rasen. Dort fand ja dann das Spring- und Dressurreiten statt. Doch die Stunden dort waren nur ein Teil meiner Reise. Denn während dieser Zeit und ein paar Tage danach erkundete ich Londons Innenstadt. Dabei fiel mir auf, dass man dort wirklich Geld lassen kann, wenn man möchte. London ist ein Shopping-Paradies. Aber in solchen Palästen wie Harrod´s ist man eher am Gucken als am Kaufen. Zu teuer ist das alles. Dennoch: es gibt kleine Läden mit wirklich exquisiten kulinarischen Genüssen aus Großbritannien. Hierfür ist der Portobello Road Market eine gute Adresse, hier gibt es auch dies und das, Dinge, die die Welt nicht braucht, aber auch nette Andenken an London. Ebenso spannend fand ich den Leadenhall Market, doch diesmal nicht so sehr wegen der recht teuren Waren, sondern weil dort eine einzigartige Atmosphäre herrscht. Der Markt befindet sich in einer Markthalle, die der Architekt Sir Horace Jones im viktorianischen Stil erbaute. Einer meiner ersten Ausflüge in London führte mich zu Madame Tussaud´s, also in das berühmteste Wachsfiguren-Museum der Welt. Von Barack Obama bis George Clooney sind dort wirklich alle versammelt, die Rang und Namen haben - die Queen und ihre Familie inklusive. Diesen Ort sollte sich kein London-Urlauber entgehen lassen. Natürlich fuhr ich auch bald an die Themse und ging dort einfach ein wenig spazieren - wobei es wirklich schönere Flüsse wie den Rhein in Köln oder die Seine in Paris gibt. Aber die Tower Bridge, diese riesige Zugbrücke, ist einmalig!
Und der Tower selbst? Eher unheimlich, finde ich. Er wurde 1057 errichtet, um London vor Angreifern zu schützen. Allerdings war er bald ein Gefängnis, in dem einige von Englands berühmtesten Gefangenen ihr Dasein fristeten - nicht selten bis zur Hinrichtung. Nicht entgehen lassen habe ich mir dort auch die Kronjuwelen - man fährt auf einer Rolltreppe an ihnen vorbei...
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Die St. Pauls Cathedral befindet sich ebenfalls in der Innenstadt von London, die man auch einfach die "City" nennt. Diese Kirche ist absolut beeindruckend. Riesig hoch, man kommt sich ganz und gar verloren darin vor. Sie wurde nach dem Großen Brand von 1666 von Christopher Wren erbaut. Für den Hyde Park und die angrenzenden Kensington Gardens hatte ich einen ganzen Tag eingeplant. Man kann dort einfach wunderbar entspannen. Kensington Gardens ist ein englischer Landschaftsgarten erster Güte und der Hyde Park erinnert an den Englischen Garten in München, fand ich. The Serpentine ist ein langgezogener See im Hyde Park. An dessen Ufer zu sitzen, den Enten zuzusehen - das ist Entspannung pur. Im Hyde Park befindet sich aber auch die Speakter´s Column - eine offizielle Redesäule, an der Kundgebungen aller Art stattfinden. Und dann ist da das Viertel Westminster. Einen Tag verbrachte ich auch dort. Hier fühlt man sich den "Royals" ganz nah - denn der Buckingham Palace befindet sich dort. Die Wachablösung sollte man sich unbedingt einmal ansehen. Und wenn gerade während des Aufenthalts dort eine Parade stattfindet, ist das ein einzigartiges Erlebnis, habe ich mir sagen lassen. Auch die Krönungskirche der Britischen Könige besuchte ich dort, die Westminster Abbey. Sie ist noch prächtiger und älter als St. Paul´s. Besonders kann ich empfehlen in der Kirche einfach mal nach oben zu blicken: die Decke ist einmalig schön! Mein letzter Tag in London führte mich in das Viertel Leicaster Square. Es wird auch Theaterviertel genannt. Dort besuchte ich St. Martin and the Fields, die Kirche mit dem berühmten Chor. Ich hatte das Glück auch eines der Konzerte miterleben zu können. Dieser Chor ist wirklich großartig. Gleich nebenan liegt der Travalgar Square. Nelson, der berühmte Admiral und Kämpfer gegen die Franzosen, blickt von seiner Säule herab. Diese ist 50 Meter hoch und wirkt durchaus beeindruckend. Dies ist aber auch die National Gallery, die ich auf keinen Fall verpassen wollte. Ich studiere Kunst - kann diese Galerie aber auch für Laien ohne Ausnahme empfehlen. Zu bemerkenswert ist die Sammlung, welche dort zusammen getragen wurde, als das man diese als langweilig empfinden könnte. Natürlich befinden sich dort Gemälde der britischen Meister wie Whistler und Turner, aber auch die besten internationalen Künstler. Es gibt zwei Säle mit Werken von Rembrandt. Dazu Velazquez, Cezanne, Holbein und viele mehr. London hat mich beeindruckt. Und es war sicherlich nicht meine letzte Reise dorthin, denn ich habe gehört, dass es noch viel mehr Sehenswertes dort gibt und ich eigentlich nur einen kleinen Teil erkundet habe.
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