Tansania

Tansania ist ein faszinierendes Urlaubsland auf dem afrikanischen Kontinent, in welchem man zahlreiche Naturphänomene entdecken kann. So befindet sich hier beispielsweise der größte See Afrikas, der Victoriasee. Auch der tiefste See des Landes, der Tanganjika-See, ist zum Teil in diesem Land zu finden. Darüber hinaus lohnt eine Besichtigung des höchsten Berges in Afrika, des Kilimandscharo. Dieser 5.895 Meter hohe Berg zieht Trekkingfans und Bergsteiger magisch an. Für einen Aufstieg, der nur unter fachkundiger Führung möglich ist, sollte man mindestens drei Tage einplanen. Der Aufstieg führt zunächst durch eine heiße Savanne, dann durch tropisches Gebirge und schließlich durch eine mondähnliche Landschaft. Der Kilimanjaro ist ein Vulkan und besitzt den höchsten begehbaren Gipfel weltweit.
Für Naturliebhaber gibt es im Land Tansania insgesamt 11 Nationalparks; hier empfiehlt sich die Teilnahme an einer Safari. Touristen haben so die Möglichkeit, den einheimischen Tieren Afrikas wie Löwen, Elefanten, Büffel oder Nashörner, ganz nah zu kommen und diese in ihrer natürlichen Umgebung zu betrachten. Bekanntester ist der Serengeti-Nationalpark, den man am besten in den Monaten von November bis Mai besuchen sollte. In dieser Trockenzeit steht das Gras nicht sehr hoch und man hat den besten Ausblick auf die Tierwelt.
Nicht weit von Tansania entfernt liegt im Indischen Ozean das Inselparadies Sansibar. Diese exotische Gewürzinsel bietet neben traumhaften Stränden mit hellem Sand und kristallklarem Wasser auch eine faszinierende Geschichte.
Für kulturell interessierte Urlauber bietet sich ein Besuch von Zanzibar-City an; hier besonders der Stadtteil Stone-Town, welcher von der UNESCO in das Weltkulturerbe aufgenommen wurde.
Unser erster Urlaub auf dem schwarzen Kontinent führte uns letztes Jahr für drei Wochen nach Tansania. Das Land im Osten Afrikas, zwischen Kilimandscharo, Tanganyikasee und indischem Ozean gelegen, hat uns mit seinen unzähligen exotischen Gerüchen, den immer freundlichen Menschen und der faszinierenden Tierwelt nachhaltig sehr beeindruckt.
Unser Flugzeug landete nachts in Daressalam, der größten Stadt des Landes, deren Name die schöne Bedeutung „Tor zum Frieden“ hat. Schon bei der Ankunft an dem recht kleinen Flughafen, nahmen wir den so anderen, aber typischen Duft Afrikas wahr. Die Taxifahrer, die schon vor dem Gebäude lauerten, fingen die Touristen regelrecht ab, um sie in ihre Hotels zu bringen. Während der Fahrt durch die Wirtschaftsmetropole konnten wir uns bereits einen ersten Eindruck verschaffen: Am Straßenrand schlafende Menschen wechselten mit herrschaftlichen Villen, Wellblechhütten mit prächtigen Parkanlagen ab – Die Kontraste zwischen Arm und Reich sind hier allgegenwärtig!
Für die ersten zwei Nächte hatten wir schon von Deutschland aus ein recht luxuriöseres Hotel gebucht, von dem wir sicher waren, dort rund um die Uhr einchecken zu können. Auf unserer weiteren Reise schliefen wir hingegen in kleinen Hostels und Jugendherbergen. Diese Unterkünfte waren zwar schlicht eingerichtet, aber immer sehr sauber und gemütlich. Moskitonetze gegen die lästigen Stechmücken gehörten dort ebenfalls zum Standard.
In Daressalam ist ein Besuch des National Museums absolut empfehlenswert. Hier wird nicht nur die Geschichte Tansanias sehr anschaulich erklärt, auch viele prähistorische Funde können in dem Gebäude besichtigt werden. Vom Hafen aus werden Touren zur vorgelagerten Insel Sansibar angeboten. Obwohl die Häuser aus Korallenstein dort traumhaft schön sein sollen, wollten wir uns die zweistündige Fährenfahrt sparen und sind stattdessen lieber vom Strand aus durch Parks und Alleen geschlendert. Von überall riefen uns die Leute ein fröhliches Jambo (Hallo) entgegen. Straßenhändler wollten mit uns um Gewürze, Bücher und Schmuck feilschen, kleine Kinder strahlten uns mit großen Augen an, als hätten sie noch niemals Europäer gesehen und Taxifahrer luden uns zu einer persönlichen Sightseeingtour ein. Obwohl es teilweise recht anstrengend war, die Angebote abzuschlagen, kamen wir doch erstaunlich gut zurecht.
Wenn wir unseren Stadtplan herausholten, fanden sich sofort hilfsbereite Menschen, die uns auf Englisch den Weg erklären konnten. Einmal führte uns eine Gruppe Jungs bis ans Ziel und erwartete dafür ein kleines Trinkgeld, das wir auch gerne gaben. Doch meistens begnügten sich die Leute damit, uns die Richtung zu weisen, nach unserer Herkunft zu fragen und uns einen schönen Aufenthalt in ihrem Land zu wünschen. Während wir in der ehemaligen Hauptstadt mit Englisch gut auskamen, war es auf unserer weiteren Reise durch das ostafrikanische Land gut, dass wir unser Suaheli-Wörterbuch dabei hatten. Denn in dem Land, in dem es über 120 verschiedene Sprachen gibt, wird Englisch mehr und mehr zurückgedrängt. Doch dank der Ausdauer aller Beteiligten gelang es uns auch in den entlegensten Orten immer irgendwie, uns verständlich zu machen.
In dem Land südlich des Äquators geht die Sonne jeden Morgen um sechs Uhr auf und zwölf Stunden später wieder unter. Deshalb beginnt für viele Menschen die Zeitrechnung mit dem Sonnenaufgang, so dass sie sechs Uhr als null Uhr bezeichnen. Das hat uns erst ziemlich irritiert, aber auch daran gewöhnt man sich, wenn man es einmal durchschaut hat. Viele Reiseführer warnen davor, nach Einbruch der Dunkelheit noch auf der Straße herumzulaufen, gerade in Daressalam. Deshalb waren wir immer um 18 Uhr zurück in unseren Unterkünften. Ob Überfälle auf Europäer nachts wirklich häufig vorkommen, können wir nicht sagen. Tagsüber fühlten wir uns auf jeden Fall zu jeder Zeit sicher.
Von der Küstenstadt aus fuhren wir mit einem Bus bis nach Moshi im Nordosten des Landes. Der Blick auf den schneebedeckten Gipfel des Kilimandscharo blieb uns leider während des gesamten Aufenthalts verwehrt, da dort oben immer dichter Nebel herrschte. Die Fahrt mit einem komfortablen Überlandbus dauerte ungefähr acht Stunden. Eigentlich hatten wir vor, des Nachts zu fahren. Doch eine freundliche Dame, mit der wir in einem Freilichtmuseum ins Gespräch gekommen waren, empfahl uns eine Tagestour, da wir so auch die Landschaft in ihrer ganzen Farbenpracht genießen könnten. Sicherlich war das die richtige Entscheidung. Die trockene rötlich-braune Erde, dazwischen mal dichtes Buschwerk, dann wieder nur vereinzelte kleine Bäumchen macht wohl einen Großteil vom „Gefühl Afrika“ aus. Überall an der Straße hatten sich kleine Dörfer gegründet, deren Bewohner laut lachend und rufend mit frischem Obst und kühlen Getränken angelaufen kamen, sobald der Bus hielt.
Auf der Straße bemerkte ich zum ersten Mal das in Tansania wohl herrschende Recht des Stärkeren. Denn während unser Bus über die staubige Straße bretterte, hupte er manchmal, um Radfahrer, Ziegen und Hirten zu warnen. Wir waren fast erstaunt, dass wir keinen einzigen Unfall miterlebten. Aber Menschen und Tiere scheinen es gewohnt zu sein, beim kleinsten Hupen in den Straßengraben zu springen. Nur einmal beharrte unser Busfahrer nicht auf seiner Vorfahrt: Als eine Horde Paviane auf der Straße saß. Warum er gerade auf die Affen Rücksicht nahm, während er gegenüber allen anderen möglichen Verlusten recht gleichgültig schien, habe ich bis heute noch nicht verstanden. Auf jeden Fall wunderte uns nach einiger Zeit nicht mehr, warum so viele Fahrer zerbrochene oder gar keine Scheiben mehr in ihren Autos hatten, denn selbst auf unbefestigten Straßen rasten die Wagen nur so über die Schlaglöcher – ein Kirmeskarussell ist nichts dagegen!
Obwohl wir den höchsten Berg Afrikas, den Kilimandscharo, nicht ganz besteigen wollten, unternahmen wir doch einen Tagesausflug in das Reservat. Ein Führer wanderte mit uns gemütlich durch die grünen, mit Regenwald bewachsenen Hänge, während Träger mit riesigen Kisten auf dem Kopf an uns vorbeiliefen. Wir machten Abstecher zu wunderschönen Wasserfällen mit klarem Bergwasser und beobachteten Affen in den Baumwipfeln. Da unser Guide vorher eine Gruppe Bayern bis zum Schnee geführt hatte, rief er uns von Zeit zu Zeit zu unserer allseitigen Belustigung ein „Geh`ma langsam“ entgegen, was wir mit „Pole pole“, der Suaheli-Übersetzung beantworteten.
Doch das sollte natürlich nicht unser einziger Ausflug in die Natur Tansanias bleiben. Eine Safari führte uns in die Olduvai-Schlucht, die Wiege der Menschheit. Ganz in der Nähe, in Laetoli, wurden die bisher ältesten Fußspuren eines aufrecht gehenden Menschen gefunden. In der Schlucht selber gab es ebenfalls sensationelle Funde: Steinwerkzeuge, uralte Fossilien von Tieren und Menschen. Es war schon ein ganz besonderer Augenblick, als wir von oben in die Schlucht schauten und dort zum ersten Mal frei lebende Büffel, Zebras und Gnus sehen konnten. Während wir diesen Anblick genossen und uns dabei vorstellten, dass hier möglicherweise das Menschsein begonnen hat, wurden wir von einer Gruppe Paviane misstrauisch beobachtet, die nur wenige Meter neben uns saß.
Noch beeindruckender war unsere Safari in den Ngorongoro-Krater und einen kleinen Teil der Serengeti. Hyänen stritten mit Geiern um die Reste einer toten Antilope, Nilpferde schauten mit ihren Köpfen aus den Tümpeln und gelangweilte Löwen räkelten sich im Schatten unseres Jeeps. Ein flacher See war vor unzähligen Flamingos in zartes Rosa getaucht und ein Nashorn mit seinem Jungen trottete uns entgegen. Höhepunkt war aber sicherlich die Elefantengruppe, die sich kaum an den Touristen zu stören schien. Teilweise mussten wir unseren Fahrer etwas bremsen, weil er an vielen Tieren, wie Warzenscheinen, Antilopen und sogar Giraffen einfach vorbeifuhr, um uns die „wirklich interessanten“ Arten zu zeigen. Die brennende Sonne, den Staub und diese Vielfalt an frei lebenden Tieren werden wir wohl so schnell nicht wieder vergessen.
Ein völlig anderes, aber ebenso eindrucksvolles Erlebnis ist der Besuch eines afrikanischen Marktes. Hier duftet es nach frischen Kräutern und Früchten, nach altem Fisch und gegrilltem Mais. Prächtige rot leuchtende Tücher der Massai werden ebenso angeboten wie bunter Schmuck, lebende Hühner und alle nur erdenklichen Getreidesorten. Auf dem Markt herrscht eine ganz besondere Stimmung mit lautem, lustigem Stimmengewirr und einem Gemisch aus Duft und Gestank. Selbst, wenn man eigentlich nur einmal über den Markt schlendern will, kann man ihn doch meistens nicht verlassen, ohne nicht irgendeine exotische Frucht, farbenprächtige Stoffe oder kleine Andenken gekauft zu haben.
Ein etwas kurioses Erlebnis hatten wir in einem winzigen Vorort von Arusha. Dort wollten wir ein im Reiseführer beschriebenes Museum besichtigen, das aber schon lange nicht mehr existierte. Stattdessen bot uns die Besitzerin an, an uns einen Voodoo-Zauber durchzuführen. Sie zeigte uns einen dunklen Raum mit allerlei Geräten, die eher wie Folterwerkzeug aussahen. Obwohl wir nicht ganz sicher waren, ob sie einen Scherz machte, schien sie sehr enttäuscht als wir mehrmals vehement ablehnten. Stattdessen lud sie uns dann zum Mittagessen nach Hause ein, wo ihre Tochter schon fleißig für die ganze Großfamilie das Essen vorbereitete. Es gab eine Art Hirsebrei mit einer aus mehreren gestampften Gemüsearten bestehenden Sauce. Während wir alle gemeinsam im Garten aßen, liefen Hühner, Ziegen und Hunde um unsere Beine. So bekamen wir statt Voodoo-Zauber einen ganz besonderen Einblick in das familiäre Leben der Dorfbewohner geboten.
Mit Wehmut nahmen wir nach drei Wochen Abschied von dem wundervollen Land Afrikas. Aber sicherlich war es nicht unser letzter Besuch des schwarzen Kontinents.
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